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25.06.26

Warum Krisenkommunikation selten am Tag der Krise beginnt

Wenn von Krisenkommunikation die Rede ist, denken viele zunächst an plötzlich eintretende Ereignisse: einen Unternehmensbrand, einen Produktrückruf, einen Cyberangriff oder einen unerwarteten Todesfall. In solchen Situationen zählt schnelles Handeln. Entscheidungen müssen unter Zeitdruck getroffen, Informationen eingeordnet und Stakeholder informiert werden.

Doch viele kommunikative Herausforderungen entstehen nicht über Nacht. Sie entwickeln sich über Wochen, Monate oder sogar Jahre.

Die meisten Krisen kündigen sich an
Schwierige wirtschaftliche Entwicklungen, Restrukturierungen, Standortschließungen oder wiederholt negative Geschäftszahlen kommen selten überraschend. Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb oft nicht darin, auf eine Krise zu reagieren. Sondern darin, sich rechtzeitig auf die Kommunikation vorzubereiten.

Trotzdem erleben wir in der Praxis immer wieder, dass externe Unterstützung erst dann angefragt wird, wenn eine wichtige Sitzung, Pressekonferenz oder Mitarbeiterversammlung unmittelbar bevorsteht. Zu diesem Zeitpunkt sind die Handlungsspielräume häufig bereits deutlich eingeschränkt.

Warum Kommunikation oft zu spät beginnt
Die Gründe dafür sind vielfältig. Manchmal besteht die Hoffnung, dass sich die Situation doch noch verbessert. Manchmal werden schwierige Entscheidungen intern lange diskutiert. Und manchmal wird Kommunikation noch immer als letzter Schritt verstanden – nach Analyse, Strategie und Beschlussfassung.

Dabei ist sie ein integraler Bestandteil des gesamten Prozesses.

Denn gerade bei kritischen Themen stellen sich frühzeitig wichtige Fragen:

  • Wer muss informiert werden?
  • Welche Erwartungen haben die verschiedenen Zielgruppen?
  • Welche Fragen werden gestellt werden?
  • Welche Botschaften sind entscheidend?
  • Wer übernimmt die Kommunikation?

Je früher diese Fragen beantwortet werden, desto größer ist die Chance auf eine glaubwürdige und nachvollziehbare Kommunikation.

Gute Vorbereitung schafft Sicherheit
Krisenkommunikation bedeutet nicht, fertige Antworten für jede denkbare Situation bereitzuhalten. Sie bedeutet, vorbereitet zu sein.

Dazu gehört die Entwicklung eines Krisenkonzepts inklusive verschiedender Szenarien. Und dies beinhaltet beispielsweise:

  • die Analyse relevanter Stakeholder,
  • die Entwicklung klarer Kernbotschaften,
  • die Vorbereitung auf kritische Fragen,
  • die Abstimmungsprozesse zwischen Geschäftsführung, Kommunikation und weiteren Verantwortlichen,
  • sowie die gezielte Vorbereitung von Sprecherinnen und Sprechern.

Gerade in herausfordernden Situationen schafft diese Vorbereitung Sicherheit – für die Verantwortlichen ebenso wie für die Betroffenen.

Kommunikation ist keine Feuerwehrübung
Natürlich gibt es Krisen, die plötzlich eintreten und sofortiges Handeln erfordern. Viele kommunikative Herausforderungen gehören jedoch nicht in diese Kategorie. Wer frühzeitig kommuniziert, gewinnt Handlungsspielraum.

Wer Kommunikation erst kurz vor einem entscheidenden Termin beginnt, muss häufig unter Zeitdruck reagieren. Deshalb beginnt gute Krisenkommunikation in den meisten Fällen nicht am Tag der Krise. Sondern lange davor.

Mit Vorbereitung, Klarheit und dem Bewusstsein, dass Kommunikation kein nachgelagerter Schritt ist – sondern ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung.


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