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27.05.21

Home-Office: Distanz braucht Nähe

Der digitale Arbeitsplatz gehört zum modernen Berufsleben. Home-Office ist geübt. Was vor ein paar Jahren noch in Ausnahmefällen genehmigt war, ist nun die Regel. Und das wird bleiben. Eine aktuelle Studie der BARMER und der Universität St. Gallen besagt, dass dies Fluch und Segen zugleich sei: „... während Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von gewonnener Freiheit, weggefallenen Arbeitswegen und gesteigerter Produktivität profitieren, leiden sie unter Konflikten zwischen Familie und Beruf, zu wenig Bewegung und Einsamkeit.“

Ja, Kolleginnen und Kollegen gehören bei vielen Menschen zu den wichtigsten sozialen Kontakten. Der kurze Plausch am Drucker oder an der Kaffeemaschine, die Ganggespräche, die gemeinsamen Mittagessen – all das ergibt sich zuhause nicht automatisch. Die Gesellschaft des Teams macht zudem stressige Arbeitstage erträglicher; zuhause ist man auf sich gestellt. Zu guter Letzt verändert sich bei mobil Beschäftigten mit der Zeit auch das Zugehörigkeitsgefühl.

Mobil und doch ohne Bewegung
Apropos „mobil“: Wer normalerweise zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommt, geht jetzt nur die paar Schritte an den heimischen Schreibtisch. Oder bleibt gleich in der Küche, da diese von vielen gleichzeitig als Home-Office genutzt wird. Um uns herum gibt es viele Menschen, die sich abends nicht nochmal eine digitale Sportstunde antun: „Ich habe doch eh schon den ganzen Tag Videokonferenzen.“ Einen Beitrag zur sogenannten sozialen Gesundheit leistet oft auch der Arbeitsweg. Sogar, wenn er mit dem Auto zurückgelegt wird. Die Unterbrechung hilft, den Tag zu verarbeiten. Man nimmt die Aufgaben nicht mit nach Hause und startet erholter in den nächsten Tag.

Bewusst miteinander sein
Unternehmen, denen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden am Herzen liegt (was nebenbei bemerkt zu einem effizienteren Arbeiten beiträgt), sind angeraten, ihre interne Kommunikation anzupassen. Sich vor Augen zu führen, wie es den Beschäftigen geht. Und adäquate Angebote zu machen. Angebote, die Nähe schaffen. Trotz eventuell notwendigem Social Distancing.

Mit einer Mitarbeiterin treffe ich mich zum Beispiel fast wöchentlich auf einen Mittagsspaziergang an der Isar. So schlüpfen wir beide mal für eine gute halbe Stunde raus aus der digitalen Welt und genießen den analogen Moment. Noch mehr natürlich, wenn dabei die Sonne scheint. Ob Spaziergang oder sportliche Betätigung im Freien – die analogen Verschnaufpausen samt direktem Blick in die Augen tun gut.

Private, verbindende Plauderei
Die Basis des digitalen Miteinanders ist natürlich, dass man prinzipiell in Kontakt bleibt. Und zwar außerhalb der offiziellen Meetings. Einfach mal morgens oder kurz vor Feierabend kurz anrufen und ein klein wenig privat plaudern. Das gönnt ein kleines Stück vom Normalitätsglück. Mit mehreren Personen ist auch eine Verabredung zu einem virtuellen Mittagessen eine willkommene Abwechslung vom einsamen, digitalen Alltag. Voraussetzung ist natürlich, dass es die Home-Schooling-Situation zulässt. Was mittags möglicherweise nicht geht, könnte abends ein Online-Spieleabend lösen: lustiges, verbindendes Miteinander.

Telefonieren lässt Freiraum
Im ersten Lockdown im letzten Jahr und die Monate danach gab es als DAS Medium nur noch Videokonferenzen. Auch wir waren teils von neun Uhr morgens durchgängig in dieser Kommunikationsform. Und wie alle abends oft erschöpft. Die Mischung macht´s. Manches kann auch jetzt noch gut mit einer knackigen Mail oder per Telefon ausgesprochen gut erledigt werden. Das Telefon ermöglicht es, mal aufzustehen und in der Wohnung auf und ab zu gehen. Oder vielleicht sogar mal eine kommentierende, unentdeckte, aber unglaublich befreiende Grimasse zu ziehen. Videokonferenzen runden die Kommunikation ab. Dann bitte gerne Kamera an und entsprechend präsentieren. Wie das geht, haben wir in unserem letzten Blogbeitrag beschrieben.

Weil aber prinzipiell alle so VK-müde sind, hat das ein oder andere Unternehmen  inzwischen sogar einen Tag pro Woche, in dem keine Videokonferenzen stattfinden. „Take a breath“ heißt dieser zum Beispiel bei der Telekom, wie der Leiter der Unternehmenskommunikation Philipp Schindera bei der gestrigen PR Report Tour „Interne Kommunikation in Corona-Zeiten“ berichtet hat.

Impulse von anderen
Bei der PR Report Tour haben verschiedene Großunternehmen dargestellt, wie sie ihre interne Kommunikation auf die aktuelle Situation angepasst haben: Die meistbenutzten und erfolgreichsten Tools sind Social Intranet, Blogs, Podcasts, Videoformate. Ebenso begeistert hat mich die Schilderung von Martin Riecken, Head of Communications im globalen Kommunikations- und Politikbereich der TUI Group, beim DPRG-Takeoff Ende Februar begeistert. Unabhängig davon, dass der Konzern von heute auf morgen ohne nennenswerten Umsatz da stand, wurden umgehend digitale Interaktionsplattformen ins Leben gerufen. TUI-Chef Fritz Joussen führte zum Beispiel sehr schnell das Format „eCoffee“ ein. Zu dieser virtuellen Kaffeepause sind alle 14 Tage Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen eingeladen. Der Chef nutzt das Format, um Fragen zu beantworten und dabei einen Eindruck von den aktuellen Herausforderungen und der Stimmung der Mitarbeitenden zu erhalten. Als zweites digitales CEO-Format gibt es den #Livechat. Während Fritz Joussen per Videobroadcast kommuniziert, wählen sich die Mitarbeiter ein und stellen per Chat live Fragen. Kein Thema bleibt unbeantwortet.

Einfach ein wenig mehr...
Was für die TUI gut ist, muss für ein anderes Unternehmen nicht das Richtige sein. Individuelle interne Kommunikationsstrategien sind gefragt – angepasst auf die Bedürfnisse des Teams und die Herausforderungen der Branche. Hilfreich für alle Beteiligten ist dabei in jedem Fall, wenn die Basis klar definiert ist: Wann und wie lange ist man erreichbar und welche Erwartungen hat meine Führungskraft an mich. Wenn dies mit einer Prise Humor und einem ordentlichen Portion Vertrauen unterfüttert wird, klappt das sicher. Mit Wohlgefühl für alle. Und – so hören wir von allen – eine intensivere interne Kommunikation schafft noch mehr Nähe zum Unternehmen. Und das trotz Social Distancing. Wir stehen wie immer gerne beratend zur Seite – für Entwicklung von Strategie und Maßnahmen. Und allem, was Sie und ihr für die interne Kommunikation brauchen.

 

 


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